Die Aufgabe des Drum-Corps einer Pipeband besteht darin,
die Pipes zu begleiten und das gespielte Stück rhythmisch zu unterstützen.
Das schottische Trommeln hat sich dabei zu einer hohen musikalischen Qualität
entwickelt, die über das militärische "Begleittrommeln" weit hinausgeht
und auch im Set nicht nur Akzente, sondern oft eigene Kontrapunkte zur
Melodie des Pipe-Corps setzt.
Dem Drum-Corps stehen drei unterschiedliche Trommeln zur Verfügung:
Bass Drum
Die Bass Drum unterscheidet sich nur unwesentlich von der Baßtrommel
eines deutschen Spielmannszuges. Allerdings sorgen von innen auf das Trommelfell
geklebte Patches (Filz-"Pflaster") für eine Dämpfung der Trommelfelle.
Die Bass Drum wird streichend auf- und abwärts geschlagen, Schläge senkrecht zum Trommelfell sind die Ausnahme.
Die Bass Drum ist das Metronom der Pipeband, an ihrem Schlag orientieren sich Piper und Drummer.
Der Bass Drummer wiederum orientiert sich an der Vorgabe des Pipe Majors,
seine Augen "kleben" an dessen Taktfuß.
Die Bass Drum wird nicht unbedingt laut gespielt, sie soll mehr gefühlt als gehört werden,
sie zielt mehr auf den Bauch und weniger auf das Ohr des Zuhörers.
Tenor Drum
Die Tenor Drum produziert einen der Bass Drum ähnlichen Klang, nur in etwas höherer Stimmlage.
Die benutzten Sticks haben ebenfalls einen weichen Kopf, sind aber nicht so groß
wie die der Bass Drum. Auch der Rhythmus liegt zwischen dem der Bass Drum und dem der Side Drums.
Das Spielen "on the beat", also "im Takt", ist die wichtigste Aufgabe,
doch es besteht ausreichender Spielraum für Variationen und Ausschmückungen.
Eindrucksvoll ist immer wieder das Flourishing (Wirbeln der Beater) der Tenor Drummer,
besonders wenn es gleichzeitig und im Einklang mehrerer Tenor Dummer geschieht.
Bass und Tenor Drum bilden gemeinsam die Mid Section der Band,
deren Funktion es ist, die musikalische Kluft zwischen Pipes und Side Drums zu überbrücken.
Side Drum
Die Side Drum ist die vom Klang hervorstechendste Trommel des Drum-Corps.
Dieses nur in Pipebands eingesetzte Instrument ist die am härtesten gespannte Trommel der Welt,
das obere Fell besteht aus einem sehr strapazierfähigen Gewebe von Kunststoff Fasern (Kevlar)
und läßt sich keinen Millimeter eindrücken. Ihr Klang ist entsprechend hart und markant,
aber von einem ausgeprägten Snare Effekt begleitet. Im Gegensatz zu in Spielmannszügen eingesetzten Snare Drums ist
unter beiden Trommelfellen ein Snare-Teppich (eine Reihe von Drahtspiralen) gespannt.
Die Spieltechnik ist vom Schweizer bzw. Baseler Trommeln beeinflußt,
besteht aus teilweise sehr schnellen und schwierigen Rhythmen, die manchmal gegen die Melodie
gespielt werden. Sie gehört zur Richtung des "rudimental drumming". Die Trommelstücke sind in
einer eigenen Notation gesetzt und werden individuell gelernt, sind also nicht etwa improvisiert.
Damit unterscheidet sich die Pipeband Snare Drum gravierend vom bloßen Rhythmusinstrument und wird
zusammen mit Bass und Tenor auch gerne zu Drum Salute Vorführungen -den schottischen Trommelsolos- eingesetzt.
Die Drum Sticks sind massiver und besser ausgewogen als die hiesigen und haben einen deutlich größeren Kopf.